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Arabische Hochzeit: Tradition und Brauchtum

Eine arabische Hochzeit wirkt für Außenstehende oft wie das, was wir uns vorstellen, wenn wir an die Märchen aus „1001 Nacht“ denken. Farbenfroh und ausdauernd zeigt sich die Feier, die von Region zu Region unterschiedlich ausfallen kann.

Bei einer arabischen Hochzeit verhält es sich wie mit allen Brauchtümern der Welt: sie ist im Laufe der Zeit vielen Veränderungen unterworfen, und je nach Region und Familientradition werden einzelne Aspekte ausgetauscht, abgeändert, vielleicht sogar ganz weggelassen. Die Beschreibung einer arabischen Hochzeit verschafft dem Zuhörer daher immer nur ein ungefähres Bild, und wirklich verstehen kann man viele der Bräuche ohnehin nur, wenn man selbst einmal dabei gewesen ist.

Arabische Hochzeit: Tradition und Brauchtum

Alles beginnt mit der offiziellen Feier zur Verlobung, auf welcher der Bräutigam die Brauteltern um die Hand ihrer Tochter bittet. Danach wird aus der Al-Fatiha, der ersten Sure des Koran, vorgelesen, und die Gäste trinken Sharbat, ein traditionelles Sirup-artiges Getränk, das aus Früchten oder Blüten hergestellt wird. Am Tag vor der arabischen Hochzeit findet dann der sogenannte Henna-Abend statt, bei dem eine Künstlerin mit Henna traditionelle Muster auf Hände und Füße der Braut aufmalt. In erster Linie dienen diese dem Schmuck der Braut, und die Farben verströmen außerdem einen sehr angenehmen Duft. Zusätzlich glauben Viele, dass die Malereien Glück bringen.

Arabische Hochzeit: die Zeremonie

Am Hochzeitstag selbst findet in der Früh vor den Augen der engsten Familienangehörigen die Morgengabe statt, bei welcher der Bräutigam seiner Braut eine vorher festgelegte Menge an Schmuck schenkt, die im Falle eines Falles ihrer finanziellen Absicherung dienen soll. Die Trauungszeremonie selbst wird von einem Imam vollzogen, Trauzeugen besiegeln den Ehevertrag mit ihrer Unterschrift. Auch hier wird Sharbat gereicht, und die Eheleute tauschen die Trauringe aus. Dann ist es endlich Zeit für den prunkvollen Empfang, für den oftmals riesige Zelte aufgestellt werden, damit die Hundert- bis Tausendschaften an Gästen auch Platz finden.

Arabische Hochzeit: die Feier

Eine arabische Hochzeitsfeier erstreckt sich traditionell über mehrere Tage, was der Braut genügend Gelegenheit bietet, ihr Brautkleid mehrere Male zu wechseln und sich in unterschiedlichen, stets reich verzierten Roben zu zeigen. Männer und Frauen feiern in der Regel getrennt, und jede Gruppe genießt für sich ein üppiges Festmahl. Es wird ausgiebig getanzt, verheiratete Frauen lassen diesen Teil jedoch meist aus oder tanzen zumindest sehr zurückhaltend. Arabische Mütter gehen bei dieser Gelegenheit gern auf Brautschau für ihren Sohn und nutzen die Feier für die Suche nach einer passenden Schwiegertochter, sodass eine Hochzeitsfeier möglicherweise gleich zur nächsten führt.

Helena