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Das Kind schielt – Wann ist eine Brille nötig?

Beim Schielen schauen beide Augen nicht in die gleiche Richtung, sondern weisen eine Fehlstellung auf. Wird dieses Problem nicht im frühen Kindesalter behoben, stellen sich dauerhafte Sehstörungen ein, die die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können. Da Schielen in den meisten Fällen mit einer zunehmenden Sehschwäche einhergeht, sollten Kinder innerhalb der ersten zwei Lebensjahre prophylaktisch einem Augenarzt vorgestellt werden.

Unbehandeltes Schielen bewirkt Sehschwäche

Räumliche Wahrnehmung erfordert den Blick beider Augen auf einen Gegenstand. Für jedes Auge ergibt sich auf diese Weise ein Bild, die beide im Gehirn miteinander zu einem Eindruck verschmolzen werden. Beim Schielen weicht die Blickrichtung eines oder beider Augen von dem anvisierten Gegenstand ab, der Blick läuft am Objekt vorbei, auf beiden Augen entstehen unterschiedliche Bilder, die vom Gehirn nicht miteinander in Einklang gebracht werden können. Auf diese Weise entstehen Doppelbilder.
Im Kindesalter vermag das Gehirn mit dieser Fehlinformation umzugehen, da es das Bild des schielenden Auges einfach unterdrückt. Was zuerst einen Erfolg darstellt, hat auf Dauer verhängnisvolle Folgen. Auf dem Auge, dessen Bild vom Gehirn nicht akzeptiert wird, stellt sich langsam aber sicher eine Sehschwäche ein. Das Auge ist zwar organisch gesund, durch den verschobenen Blickwinkel verringert sich jedoch die Sehstärke (Amblyopie) und verhindert das dreidimensionale Sehen.

Augenfehlstellungen sind therapierbar

Bei Neugeborenen treten oft kurzzeitige Augenfehlstellungen auf, da die Koordination der Augen erst gelernt werden will. Bei einem dauerhaften Abweichen der Blickrichtung sollte das Kind jedoch umgehend in ärztliche Betreuung, da die ersten beiden Lebensjahre für eine Behandlung der Schiel- und Sehschwäche die effektivsten sind, da sich innerhalb dieser Zeit die Sehschärfe ausprägt.

Die vom Arzt zur Behandlung verschriebene Brille wirkt auf den Brechungswinkel des Sehvorgangs ein und unterstützt den Heilungsprozess. Zusätzlich kann die durch Schielen hervorgerufene Sehschwäche mit einem Pflaster therapiert werden, mit dem das gesunde Auge in Intervallen abgedeckt wird, um das fehlgestellte Auge zu trainieren.
Kontrolle ist besser

Laut ärztlichem Rat sollte jedes Kind innerhalb der ersten drei Lebensjahre einmal bei einem Augenarzt vorgestellt werden, da es auch Augenfehlstellungen gibt, die so geringfügig sind, dass sie nicht auffallen, die aber in zunehmendem Alter eine Sehschwäche entstehen lassen können.

Bild von Miredi – Fotolia

Helena