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Demenzkranken helfen: Drei Tipps für Angehörige

Menschen mit Demenz leben in ihrer eigenen Welt. Angehörige, die die Pflege der Patienten übernehmen, sind täglich vor neue Herausforderungen gestellt: Die Krankheit, bei der Nervenzellen und Zellverbindungen im Gehirn zerstört werden, geht mit Gedächtnisstörungen, Konzentrationsproblemen und Persönlichkeitsveränderungen einher. Die Demenzkranken leiden unter Orientierungslosigkeit, wodurch alltägliche Dinge zu unlösbaren Aufgaben werden. Eine Verständigung mit ihnen ist oftmals nur schwer möglich. Doch Demenzangehörige können die Betroffenen auf vielfältige Art und Weise unterstützen.

Demenzrisiko steigt im hohen Alter stark an

Etwa 1,5 Millionen Menschen in Deutschland leiden an Demenz. Dabei sind Ältere häufiger betroffen: Von den 70- bis 77-Jährigen sind es vier Prozent, in der Gruppe der 80- bis 84-Jährigen zählt man bereits 15 Prozent Demenzpatienten. Die bekannteste und mit 60 Prozent am weitesten verbreitete Form der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit, bei der zum Beispiel Vergesslichkeit einsetzt, Sprachprobleme auftreten sowie Verhaltens- und Persönlichkeitsveränderungen zum Vorschein kommen.

Eine Gaming-App unterstützt die Demenzforschung

Das Verheerende an Demenz: Die Krankheit ist bislang nicht heilbar. Regelmäßige Therapien können die Entwicklung der Krankheit verlangsamen, die Zerstörung des Gehirns lässt sich mit Medikamenten jedoch nicht verhindern. Eine neue Gaming-App soll nun die Forschung an der Krankheit voranbringen: Bei „Sea Hero Quest“ navigieren sich die Spieler als Entdecker durch Abenteuer auf hoher See. Sie müssen sich Karten merken und Labyrinthe durchqueren. Über die Orientierungsfähigkeit gesunder Menschen möchten die Entwickler der App Erkenntnisse in Bezug auf die Probleme Demenzkranker sammeln. Wenn 100.000 Menschen auch nur zwei Minuten lang „Sea Hero Quest“ spielen, soll das 50 Jahre herkömmlicher Laborarbeit ersetzen, sagen die Initiatoren. So macht Helfen Spaß!

Sinnvolle Beschäftigung bietet Demenzkranken Beruhigung

Angehörige können Demenzpatienten auch auf andere Weise eine Freude machen: Ein spezieller Muff der Firma Hapti ist auf die Bedürfnisse Demenzkranker abgestimmt. Weil die Patienten oftmals unruhig sind und rastlos nach Beschäftigung suchen, bietet der Hapti Muff eine Entdeckungstour für die Hände. Der Muff aktiviert den Tastsinn und sorgt dank der unterschiedlichen Elemente für Beschäftigung und Beruhigung zugleich. Je nach Modell befindet sich daran oder darin ein Strickstrumpf mit Kugeln, eine Kette mit Perlen, Bänder, Knöpfe sowie eine kleines Täschchen für Andenken und Geheimnisse. Dank des weichen Wellness-Fleece in Grün, Weiß oder Brombeere schenkt der Muff Geborgenheit und wärmt die kalten Hände.

EMENZKRANKEN HELFEN: DREI TIPPS FÜR ANGEHÖRIGE

Neue Kommunikationsformen erleichtern die Verständigung

Neben einer sinnvollen Beschäftigung spielt auch die Kommunikation eine entscheidende Rolle bei der Pflege von Angehörigen mit Demenz. Weil die Patienten in einer eigenen Welt leben, die mit der Realität nichts gemein hat, gestalten sich Gespräche zunehmend schwierig. Angehörige und Pfleger müssen deshalb effektive Strategien erlernen, die die Unterhaltung in eine gemeinsame Richtung lenken. Anstatt mit gesundem Menschenverstand zu erwidern, müssen sie versuchen, sich in die Lage der Betroffenen zu versetzen: Diese wissen beispielsweise nicht, dass sie schon längst nicht mehr bei der Mutter wohnen oder dass der Ehepartner bereits vor Jahren gestorben ist. Weil Menschen mit Demenz oftmals aus Unverständnis mit Aggression reagieren, ist es umso wichtiger, dass die Gesprächspartner ruhig und geduldig bleiben. Anweisungen sollten beispielsweise mit einem klaren Ziel formuliert werden und Orientierung bieten. Die Jacke muss angezogen werden, weil es draußen kalt ist. Der Tisch wird nicht gedeckt, sondern Teller und Besteck werden auf den Tisch gestellt. Einfache Formulierungen tragen zur Verständigung bei, genauso wie Blickkontakt, Berührungen und Fingerzeige. Hilfreich ist es auch, die Gefühle und den Gemütszustand des Patienten in eigene Worte zu fassen und die Aussagen zu wiederholen. Je besser man die Vergangenheit des Demenzkranken kennt, desto eher lassen sich die Aussagen deuten und in anderer Weise wiederholen.

Bild: Thinkstock, 467579823, iStock, AlexRaths

Helena