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Der Polterabend.

Scherben bringen Glück! Das weiß doch jedes Kind. Und somit ist es auch nicht verwunderlich, dass vor der Hochzeit ordentlich mit Tellern, Tassen und Suppenschüsseln gescheppert wird.

Doch woher genau kommt dieser Brauch? Zu dieser Frage gibt es verschiedene Theorien. Manche behaupten die Junggesellen, die nicht das Glück hatten die Braut heiraten zu dürfen, könnten so ein bisschen Dampf ablassen. Doch schließlich dürfen ja alle, Männlein wie Weiblein und verheiratet wie unverheiratet, munter das Porzellan auf den Boden werfen. Es gibt scheinbar noch weitere Gründe: Durch das laute Klappern werden die bösen Geister von dem Brautpaar ferngehalten, das klingt doch plausibel.

Es sollte jedoch beachtet werden, dass auf gar keinen Fall Gläser oder gar Spiegel beim Poltern zu Bruch gehen. Dies bringt sieben Jahre Pech in die Ehe, so der Aberglaube. Am besten man informiert die Gäste kurz was sie alles zerdeppern dürfen, darunter fällt nicht nur Porzellangeschirr, sondern auch Keramiksachen. Um sich die bösen Geister noch effektiver vom Halse zu halten darf auch gerne mit Blech- und Metallgegenständen Krach gemacht werden.

Den entstandenen Scherbenhaufen muss das junge Paar am Ende allerdings selbst zusammenfegen. Auch das hat einen Hintergrund. Braut und Bräutigam sollen lernen die schwierigen Lebensphasen gemeinsam zu meistern. Um die beiden so richtig auf die Probe zu stellen, wird oft kurz bevor das zerbrochene Geschirr beseitig ist der Scherbencontainer noch einmal umgekippt. Das künftige Ehepaar muss sich also auf mehrfaches Fegen einstellen, doch danach wird meist umso ausgelassener gefeiert.

Eine offizielle Einladung gibt es übrigens meist nicht, es werden Tag und Ort bekannt gegeben und dann kann kommen wer möchte. Der Tradition nach findet die Feier an dem Freitag oder Donnerstag vor der Hochzeit statt und zwar vor dem Haus der Braut. Falls diese noch bei ihren Eltern wohnt, wird dort geklirrt und geklappert was das Zeug hält.

Auch wenn es so einigen ein schlechtes Gewissen bereitet einfach so das schöne Geschirr zu zerschlagen, ich freue mich schon auf den nächsten Polterabend. Und mit den Frühlingsmonaten kommt der bestimmt…!

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Helena