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Die goldenen Zwanziger in Berlin – eine Kultzeit lebt wieder auf

Erinnern werden sich die wenigsten, um „dabei“ und damit Teil des Ganzen gewesen zu sein müsste man mittlerweile knapp hundert Jahre alt sein – sollte das auf Sie zutreffen, bitte berichtigen Sie mich! – nichtdestotrotz gelten die 20er Jahre bei vielen Bekannten noch als „Kultzeit“. Sie werden ja nicht umsonst die „Goldenen Zwanziger“ genannt.

Mittlerweile haben das eine Menge Menschen erkannt: Es gibt Filme, die das Flair der 20er Jahre wieder aufleben lassen, immer wieder gab es Modetrends, die sich am damaligen Kleidungsstil orientierten. Warum eigentlich? Was hat diese Zeit so besonderes an sich, dass immer wieder auf sie zurückgegriffen wird?

Der 1. Weltkrieg 1918 und mit ihm der Versailler Vertrag hatten keine sonderlich gute Ausgangsbasis für eine „goldene Ära“ geschaffen. Deutschland war am Boden und sah einer langen Zeit der Reparationszahlungen und Armut entgegen. Trotzdem, mit dem Rapallo-Vertrag, und den Plänen von Dawes und Young, die den Versailler Vertrag anpassten, kam 1924 plötzlich eine Phase des wirtschaftlichen Aufschwungs ins Land.

Mit dem Beitritt in den Völkerbund 1926 war auch der politische Druck nicht mehr so groß wie vorher – plötzlich musste nicht mehr jeder betteln gehen und gesenkten Kopfes durch die Straßen marschieren. Es war wieder möglich, etwas zu erleben, auch wenn man selbst vielleicht gar nicht viel besaß.

Genau diese Haltung ist eine Zutat, die das Flair der 20er Jahre so attraktiv macht. Die Menschen haben sich einfach umgesehen, Möglichkeiten gesehen und mit Stil angegriffen. Natürlich hat das nicht jedem gefallen, aber im Rückblick vergessen die Leute oft die negativen Seiten einer neuen Bewegung.
Fast hundert Jahre später bleiben uns vor allem die schicken Hüte, die langen Zigaretten samt Halter, die wahnsinnig gute Musik und die raue, aber positive Haltung aus dieser Zeit im Kopf haften.

Irgendwie wünscht man sich doch ab und zu in die goldenen Zwanziger hinein, wenn mal wieder eins von diesen laut hämmernden Autos vorbeifährt, von dessen Beifahrersitz aus ein Geschöpf mit glasigem Blick und umgedrehter Schirmmütze aus dem Fenster hängt und „Yo!“ brüllt. Sogar die Jugend muss damals irgendwie angenehmer gewesen sein.

Helena
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