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Ein friedliches Weihnachtsfest – besonderes Konfliktpotenzial für Ehepartner?

Ein Tag vor Heiligabend und ihr seid sicherlich schon im Weihnachtsstress. Weihnachten ist Besinnlichkeit. Die Familie rückt näher zusammen und alle sind lieb zueinander. Natürlich ist das Zündstoff für die schlimmsten Tragödien. Auch so manche Ehe sieht sich unter den immergrünen Zweigen des Weihnachtsbaumes gefährdet.

Eigentlich ist dieses Fest ganz schön arrogant. Ist einfach da und erwartet plötzliche Freundlichkeiten, dass alle sich am Riemen reißen und es keine unschönen Außeinandersetzungen gibt. Natürlich hängt zu der schönsten Zeit des Jahres öfter der Haussegen bei so manchen Familien – Ehen/Beziehungen – schief.
Auch ich durfte einmal so eine unschöne Geschichte erleben, die ich euch nicht vorenthalten möchte – lernt was draus, ich versuche es auch 😉 .

Es handelt sich um meine ältere Cousine Tanja. Tanja hatte sich verliebt, Knall auf Fall, der Mann für´s Leben, Traumprinz und große Liebe eben. Ruckzuck wurde ein Haus angemietet und noch am selben Tag eingezogen. Drei Wochen vor Weihnachten gaben die beiden sich in einem Standesamt das Ja-Wort, flüsterten zärtlich ihr Versprechen, während die ganze Familie zwar geschockt, aber gerührt, daneben saß und sich irgendwie freute. Den Blumenstrauß habe ich Gott sei Dank nicht gefangen.

Dann kam Weihnachten. Wir hatten alles vorbereitet: Weihnachtspunsch, Gans und Kerzenlicht. Wir erlebten ein einigermaßen friedliches Festessen und die anschließende Bescherung verlief auch ,,reibungslos“. Ich wollte anschließend ,,noch mal eben“ zu unseren Nachbarn, mit denen uns ein sehr freundschaftliches Verhältnis verbindet und ihnen eine frohe Weihnacht wünschen. Dort blieb ich geschlagene drei Stunden und als ich nach Hause kam, traf ich auf ein heilloses Durcheinander.

Meine Cousine stampfte wütend durch das Haus, zeternd, schimpfend. Ich bekam nur Bruchstücke mit, jedoch sehr deutlich, dass sie nicht ganz nüchtern war. ,,Wo ist denn der, mit dem sie schimpft?“ Fragte ich, restlos irritiert. ,,Naja, der hat sich im Badezimmer eingeschlossen.“ Oha.   Irgendwann stampfte meine Cousine zum besagten Badezimmer, polterte an die Tür und als die Tür nicht zu antworten wagte, brüllte sie sie an: ,,Ich lass mich scheiden!“ Bumm. Das saß. Das darauf folgende Schweigen war eindeutig. Zufrieden marschierte meine Cousine zurück ins Wohnzimmer und gönnte sich noch einen Weihnachtspunsch.

Wir gesellten uns zu ihr – und begannen, zu feiern. Wir waren so glücklich über ihre hoffentlich ernst gemeinte Entscheidung der Scheidung, dass wir uns kurzerhand zu einem rauschhaften Fest überreden ließen. Keiner hatte das neue Familienmitglied besonders geschätzt und er war tatsächlich die Sorte Mann, die sich denkt, naja, jetzt ist sie ja unter meiner Haube, also kann ich wieder wilde Sau spielen. Noch vor Silvester waren beide geschiedene Leute.

Übrigens findet keiner von uns, dass es ein unschönes Weihnachtsfest gewesen ist. Im Gegenteil. Wir erinnern uns lächelnd daran. Man muss ja auch nicht jeden Fehler so ernst nehmen und großartig aufbauschen, oder? Übrigens ist Tanja mittlerweile sehr glücklich – und seit längerem 😉 – verheiratet.

Ich wünsche euch ein schönes Weihnachtsfest, lasst es euch gut gehen und nehmt alles nicht so ernst. Auch an Weihnachten sind Menschen das, was sie schon immer waren: auch nur Menschen, mit Fehlern, Macken und Geschichten, die sie auch nicht ,,ausnahmsweise“ ablegen können. So funktioniert das ja leider nicht 🙂 .

Helena
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