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Entscheidung der STIKO pro Rotavirus-Impfung

STIKO empfiehlt routinemäßige Rotavirus-Impfung für Säuglinge unter sechs Monaten

(ddp direct) Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut hat die Rotavirus-Impfung von Säuglingen im Alter unter sechs Monaten in ihre Empfehlungen aufgenommen.(1) Das primäre Ziel der Impfempfehlung ist, schwere Verläufe und damit die Notwendigkeit einer Behandlung im Krankenhaus zu verhindern. Zusätzlich wird dringend empfohlen, die Impfserie möglichst frühzeitig im Alter von sechs bis 12 Wochen zu beginnen und rechtzeitig abzuschließen.

München, August 2013 – Die Rotavirus-Infektion steht hierzulande nicht mit dem Risiko von Folgeschäden und Sterblichkeit in Zusammenhang, was meist entscheidend für eine Impfempfehlung der STIKO ist. Kritisch ist jedoch die hohe Hospitalisierungsrate: Fast fünf von zehn der unter 5-Jährigen, die an einer Rotavirusinfektion erkranken, müssen in Deutschland stationär behandelt werden.(2) Durch die Impfung wird eine Hospitalisierung in neun von zehn Fällen vermieden. Dies ist ein ausschlaggebender Grund für die Empfehlung.(1) Den Kleinsten wird also ein schwerer Verlauf der Krankheit erspart, der eine große Belastung für das Kind und die gesamte Familie darstellt. Besonders deutlich ist der Hinweis der STIKO, die Impfserie frühzeitig zu beginnen und rechtzeitig abzuschließen.(1) Eine ausführliche wissenschaftliche Begründung der Impfempfehlung wird im Epidemiologischen Bulletin 35/2013 veröffentlicht werden.(1)

Bis zum fünften Lebensjahr erkrankt statistisch gesehen jedes Kind unabhängig von seinen Lebensbedingungen mindestens einmal an einer Rotavirus-Infektion. Infiziert sich ein Kind an Rotaviren, kann sich dies in bis zu 20 Brech-Durchfall-Attacken am Tag manifestieren. Dadurch ist eine rasche Dehydrierung, vor allem bei Säuglingen, möglich. In diesem Fall ist die intravenöse Zufuhr einer Elektrolytlösung und daher ein stationärer Aufenthalt unabdingbar. Da Rotaviren äußerst resistent sind, kann eine Infektion, beispielsweise durch Hygienemaßnahmen, nicht verhindert werden. Eine Impfung ist die einzige effektive Möglichkeit, einem schweren Verlauf vorzubeugen.

Frühzeitig Impfen

Da sich bereits die Kleinsten anstecken können, sollte möglichst frühzeitig geimpft werden. Je jünger die Kinder bei der Infektion sind, desto schwerer ist der Verlauf, also die Anzahl an Brech-Durchfällen. Die Impfung muss je nach verwendetem Impfstoff (zwei oder drei Dosen) bis zur 24. bzw. 32. Lebenswoche abgeschlossen sein. Im Falle der Verabreichung des 2-Dosen-Impfstoffs kann die Impfserie bereits in der 10. Lebenswoche abgeschlossen werden.

„Die Impfung kann problemlos mit anderen Routine-Impfungen kombiniert werden“, bestätigt Dr. Gerhard Hofmann, Lehrbeauftragter der Uni Würzburg für vorbeugende Medizin im Säuglings- und Kindesalter. „Ich setze die Impfung gegen Rotaviren schon seit Jahren in meiner Praxis ein und habe bisher nur positive Rückmeldungen seitens der Eltern erhalten.“

Bei der Impfung werden den Kindern abgeschwächte Erreger in Form einer Schluckimpfung verabreicht. Hierdurch wird eine natürliche Infektion nachgeahmt, ohne dass es zu einem Ausbruch der Krankheit kommt. Der Impfschutz hält etwa zwei bis drei Jahre an und deckt somit die kritische Phase ab.(3) Auch ungeimpfte Personen anderer Altersgruppen können vermutlich indirekt durch Herdeneffekte von der Impfung profitieren.(1)

Empfehlung Auf Allen Ebenen

Schon seit 2006 sind zwei Rotavirus-Impfstoffe auf dem europäischen Markt erhältlich. Diese werden als Schluckimpfung in zwei oder drei Dosen – je nach verwendetem Impfstoff – verabreicht. Die Impfung wurde bereits vor der offiziellen STIKO-Empfehlung von den meisten Kinderärzten und vielen Institutionen empfohlen: weltweit und auch in der Bundesrepublik. Dazu gehören beispielsweise WHO (World Health Organisation), SIKO (Sächsische Impfkommission), DAKJ (Deutsche Akademie für Kinder- und Jugendmedizin), GPGE (deutsche Gesellschaft für pädiatrische Gastroenterologie und Ernährung) und DGPI (Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische Infektiologie). Auch die meisten Krankenkassen haben sich entschieden, die Kosten für die Impfung zu übernehmen. Eine Liste dieser Krankenkassen ist auf www.gesundes-kind.de zu finden. Viele Eltern haben sich daher schon vor der Empfehlung dazu entschlossen, ihre Babys gegen Rotaviren impfen zu lassen.

Literatur

(1) Bundesgesundheitsblatt (2013, 56:955-956)

(2) http://www.springermedizin.de/rotavirus-impfung-fuer-alle-saeuglinge-ab-august-2013/4390310.html (Stand: 4.5.2013)

(3) http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Rotaviren.html (Stand: 4.7.2013)

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