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Geldanlage für die Kleinen: Darauf sollte man achten

Auch wenn die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank das Sparbuch „zerstört“ hat, so wollen dennoch viele Eltern und auch Großeltern Geld für den Nachwuchs auf die Seite legen. Doch gibt es überhaupt noch gewinnbringende wie risikoarme Alternativen?

Rücklage oder langfristiger Vermögensaufbau?

Zu Beginn geht es um die Frage, welches Sparziel verfolgt werden will. Möchte man etwa eine Quelle mit Rücklagen für die Schule haben, so sollte man sich für eine kurzfristige Geldanlage entscheiden. Wenn jedoch dem Nachwuchs das Studium oder der Führerschein finanziert werden soll, so ist es ratsam, sich für eine langfristige Veranlagung zu entscheiden.

Alternative Nummer 1: ETF

Möchte man langfristig Geld anlegen, so kann ein ETF – ein sogenannter Exchange Traded Fund – empfohlen werden. Dabei handelt es sich um einen börsengehandelten Fonds, der einen Aktienindex 1 zu 1 nachbildet. Das heißt, dass ein DAX-ETF etwa alle 30 im DAX gelisteten Unternehmen enthält, während der klassische Fonds, der aktiv gemanagt wird, nur einen Bruchteil beinhaltet – so etwa nur 5 DAX-Aktiengesellschaften.

Ein ETF kann direkt über das Depot gekauft werden – mitunter kann man auch einen ETF-Sparplan anlegen und so in mehrere ETFs investieren. Die Vorteile liegen auf der Hand: Einerseits fallen keine Ausgabeaufschläge an, andererseits sind die Kosten – verglichen zu anderen Fonds – extrem niedrig. Bei ETFs hat man auch eine recht hohe Planbarkeit, da der Fonds fast immer die exakte Rendite des Markts abbildet.

Tagesgeldkonto für Rücklagen nutzen

Ein Tagesgeldkonto eignet sich dann, wenn ein kurzfristiges Sparziel verfolgt wird. So etwa, wenn es um Rücklagen für den Kindergarten oder die Schule geht. Aufgrund der Tatsache, dass die aktuellen Zinsen bei unter 1,0 Prozent liegen, ist ein gewinnbringender Vermögensaufbau nicht möglich.

So auch, wenn man sich für die Variante Festgeld entscheidet: Auch hier liegen die Zinssätze, trotz einer mehrjährigen Bindung, nur in den seltensten Fällen bei über 1,0 Prozent – das heißt, auch das Festgeld ist keine Möglichkeit mehr, wenn es um die gewinnbringende Veranlagung geht.

Geldanlage sollte nicht mit einer Versicherung gekoppelt werden

Es gibt auch Geldanlagen, die mit einer Versicherung gekoppelt sind. Jedoch rät der Verbraucherschutz, dass man das „Sparen“ vom „Versichern“ trennen sollte – eine Kombination führt nämlich nicht zum gewünschten Erfolg. Investiert man für den Nachwuchs in ein Versicherungsprodukt, so ist die Gefahr groß, dass man hohe Verluste erleidet. So etwa, wenn die Großeltern eine Versicherung für das Enkelkind abschließen und monatlich einen bestimmten Betrag bezahlen – sterben die Großeltern, so muss der Enkel die monatliche Prämie bezahlen. Wird der Vertrag gekündigt, so wird – wenn überhaupt – nur der einbezahlte Betrag ohne Gewinnbeteiligung ausbezahlt.

Am Ende gibt es bei einem derartigen Produkt nur einen Gewinner – die Versicherungsgesellschaft. So auch, wenn man sich für eine Ausbildungsversicherung entscheidet. Am Ende ist der ausbezahlte Betrag oft geringer als die einbezahlte Summe.

Inflation frisst das Ersparte auf

Traditionelle Produkte sind heutzutage kaum noch zu empfehlen. Vor allem dann nicht, wenn man gewinnbringend Geld investieren möchte. Die niedrigen Guthabenzinsen, die aktuell oft bei weit unter 1,0 Prozent liegen, sorgen dafür, dass es zu keiner Vermögensvermehrung kommt – im Gegenteil: Die Inflation, die höher als der Guthabenzinssatz ist, frisst somit das Ersparte auf, sodass es tatsächlich zu einem realen Geldwertverlust kommt.

Fotocredit: Unsplash, 150646, Alexander-Dummer

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Helena
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