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Geliebte des Ehemannes – keine einfache Situation für die Ehefrau

In der Ehe gibt es immer genau zwei Hauptakteure eines dramatischen Stückes: den Mann und – natürlich – die Frau. Was aber, wenn zu der Premiere noch eine dritte Person hinzu tritt? Wenn sie das Drehbuch völlig durcheinander bringt und den Text umschreibt?

Am Anfang ist es halt so schön einfach, man ist verliebt ineinander, man heiratet und man liebt sich. Jahrelang. Man verbringt gemeinsame Jahre, baut ein Haus, hat auch schon Krisen überwunden und vielleicht Kinder aufgezogen.
Natürlich ist es nicht mehr so kribbelig, wie am Anfang. Die Liebe ist schon ein wenig eingerostet, das kann man ja zugeben, sind ja auch schon einige Jährchen ins Land gezogen. Aber deshalb würde man niemals daran zweifeln, dass sie noch da ist. Oder?

Zuerst ist es nur so ein blödes Gefühl. Die ständigen Überstunden vom Göttergatten häufen sich in letzter Zeit einfach zu arg. Und warum er sein Handy mit auf das Klo nehmen muss, kommt dir auch seltsam vor.
Am Wochenende trifft er sich vermehrt mit Kumpels und auf einmal muss er da auch übernachten, anstatt, wie all die Jahre zuvor, ganz einfach die Bahn zu nehmen.

Und irgendwann kommt der Abend, an dem er anders riecht. Ein blumiger, definitiv fremder, Geruch haftet seiner Kleidung an und seine Augen glänzen. Gut gelaunt und vor sich hin summend verbringt er die Tage – und ist doch trotzdem nicht richtig da. Immer auf dem Sprung. Abgehetzt. Bis er dir nicht mehr in die Augen sehen kann, dich des Nachts nicht mehr anrührt und körperlich abrückt. Deine Berührungen meidet und sich in deiner Umarmung windet.
Küsse werden gehaucht, nicht mehr geküsst. Und Gespräche verdursten in einer emotionalen Wüste.
Dein Gefühl bestätigt es und bildet einen Knoten in der Magengrube: Dein Mann hat eine Geliebte.

Jetzt beginnt ein Abgrund. Die Ehefrau bleibt irgendwie zurück, fühlt sich minderwertig, unattraktiv und ausgetauscht. Natürlich kann man den Mann zur Rede stellen, kann kommunizieren, zur Eheberatung gehen. Aber man kann auch erst einmal, bevor die ganze mistige Beziehungsarbeit beginnt, sich um sich selbst kümmern. Endlich das lang ersehnte Hobby ausüben. Freunde finden. Sich unter Leute tummeln, mal wieder Spaß haben. Zum Friseur gehen, flirten und sich Freiheiten heraus nehmen (hat er immerhin auch getan, oder?).
Natürlich ist das sehr viel einfacher gesagt, als getan. Umso wichtiger ist, dass man sich an diesen Rat hält. Dass man nicht ihm, sondern sich selbst zuhört. Dass man sich in Hass, Wut und Vorwürfen nicht verliert, sondern auf sich schaut. Was fehlt mir, was brauche ich, wie kann ich mich selbst halten?

In einem Buch, das ansonsten inhaltlich eher flach war, wurde das Ende einer Beziehung mal ganz interessant beleuchtet. Ein Mann, der frisch getrennt um den Verlust trauert und erzählt, seine Freundin hätte seine Abenden mit den Kumpels nicht ausgehalten. Nicht ertragen, dass er manchmal eben ganz gern ein Bier trinken gehen möchte. Immer dieses Rumgezicke, dieses Genörgele und außerdem habe sie ja aufgehört, was aus sich zu machen. Die Frau, die ihm dabei zuhörte, fragte nur lakonisch zurück: ,,Die Frage ist doch, wann sie selbst mal mit Freunden raus gegangen ist, um ein Bier zu trinken.“

Genau. Auch als verheiratete Ehefrau hat man eine Pflicht: sich selbst nicht zu vernachlässigen, nicht zu vergessen. Hier findet ihr übrigens eventuell ,,Gleichgesinnte“, mit denen ihr euch austauschen könnt.

Helena
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