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Gemeinsam, in Ruhe, ohne Verbote: wie Kinder richtig essen lernen

Familie beim FrühstückDass in der heutigen Zeit bereits viele Kinder Essstörungen entwickeln, kommt nicht von ungefähr. Längst sind gemeinsame, in Ruhe eingenommene Mahlzeiten in vielen Familien zu seltenen Ereignissen geworden. Gesunde, selbst gekochte Gerichte werden aufgrund Zeitmangel und Stress immer öfter durch Fastfood ersetzt. Zudem erleben Kinder schon sehr früh, dass die Erwachsenen Essen einsetzen, um zu trösten, zu belohnen und zu bestrafen.

Körperbewusstsein durch regelmäßige Mahlzeiten

Für eine gesunde Entwicklung von Kindern ist ein regelmäßiger Tagesrhythmus unabdingbar. Auch die Aufnahme von Nahrungsmitteln nimmt hierbei einen hohen Stellenwert ein. Wenn Kinder „nebenbei abgefüttert“ werden, wenn es üblich ist, dass parallel zur Einnahme von Mahlzeiten der Fernseher läuft und Selbstgekochtes durch Fastfood ersetzt wird, können sich Kinder keinen natürlichen und gesunden Umgang mit dem Essen aneignen. Sie verlernen, auf die Signale ihres Körpers und ihr Hungergefühl zu achten und entwickeln Vorlieben ausgerechnet für ungesunde Nahrungsmittel. Drei in Ruhe eingenommene Hauptmahlzeiten sollten daher in jeder Familie zum festen Tagesablauf gehören. Zudem sollten dem Kind zusätzlich zwei Mal pro Tag Zwischenmahlzeiten in Form von Gemüse oder Obst angeboten werden.

Erziehung durch Essen?

Wenn Essen als Erziehungsmittel instrumentalisiert und zum Belohnen, Trösten oder gar Bestrafen eingesetzt wird, dann wird es zweckentfremdet und das Kind verliert den Bezug zu seinem tatsächlichen Sinn. In Folge entwickelt das Kind selbst Tendenzen, Essen zu instrumentalisieren. Etwa, indem es automatisch zur Schokolade greift, wenn es traurig, gestresst oder gelangweilt ist. Mit Süßigkeiten sollte daher niemals ein erwünschtes Verhalten belohnt oder eine Ersatzbefriedigung gereicht werden. Umarmen Sie Ihr Kind und bestätigen Sie es mit Worten, anstatt es mit Schokolade zu belohnen. Wenn es gelangweilt ist, werden sie gemeinsam mit ihm durch Bewegung und Spiel aktiv, anstatt ihm etwas zu Essen anzubieten. Essensentzug oder auch das Kind zu zwingen, etwas zu essen, das es nicht mag, darf niemals zur Strafe für ein Fehlverhalten eingesetzt werden.

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Helena