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Häusliche Pflege für Senioren muss gut organisiert sein

Meistens kommt es unerwartet. Ein Schlaganfall, eine Krankheit oder auch ein Unfall – plötzlich wird aus dem fitten Senior ein Pflegefall. Schnell ist klar, dass der Betroffene in seinem gewohnten Umfeld verbleiben soll; häusliche Pflege ist angesagt. Die entsprechende Umsetzung stellt für Ihr Organisationstalent allerdings in der Regel eine explizit hohe Herausforderung dar, die Sie meistern müssen.

Häusliche Gegebenheiten pflegegerecht optimieren

Wer einen Senior pflegen möchte, sollte erst einmal selbst auch psychisch und physisch zur häuslichen Pflege in der Lage sein. Darüber sollten sich alle Betroffenen im Klaren sein. Eventuell muss auch eine Pflegezeit beantragt werden, die Sie als pflegende Person für einen gewissen Zeitraum von der Arbeit freistellt. Denn Zeit benötigen Sie reichlich. Sowohl für die häusliche Pflege an sich als auch für die organisatorischen Kriterien. So müssen Sie sich gegebenenfalls um eine behindertengerechte Optimierung der häuslichen bzw. räumlichen Gegebenheiten kümmern und entsprechende Maßnahmen zur Wohnumfeldverbesserung (Einbau eines Treppenlifts etc.) einleiten. Die Pflegekasse bezuschusst bei einem entsprechenden Antrag in der Regel Wohnumfeldverbesserungen. Zudem müssen Sie eine Pflegestufe beantragen. Dies ist gerade im Hinblick auf die Finanzierung der Pflege entscheidend.

Der gesamte Tagesablauf bedarf strikter Organisation

Außerdem muss im Rahmen der häuslichen Pflege der gesamte Tagesablauf zum Wohle des Pflegebedürftigen organisiert werden. Ob die Körperpflege, Essen und Trinken, die medikamentöse Behandlung oder auch das Gewährleisten von zumindest grundsätzlicher Mobilität – all diese an sich alltäglichen Dinge müssen je nach Pflegefall mitunter minutiös geplant bzw. organisiert werden. Damit die Belastung für die pflegende Person nicht selbst zu einer Belastung wird, können beispielsweise auch ambulante Pflegedienste hinzugezogen werden. Diese verfügen in der Regel über ausgebildetes Pflegepersonal, die direkt im privaten Umfeld des Pflegebedürftigen eine wertvolle Unterstützung darstellen. Wenn Sie zu Hause eine Rundum-Betreuung organisatorisch nicht stemmen können, stellt eine 24-Stunden-Betreuung eine günstige Alternative zum herkömmlichen Pflege- oder Altenheim dar. Dies hätte den Vorteil, dass Sie sich um die Organisation des Tagesablaufs nicht federführend kümmern müssten. Dafür hätten Sie dann aber die nötige Zeit, um dem Pflegebedürftigen viel zwischenmenschliche Wärme zu geben. Dem Thema häusliche Pflege widmet sich der neue Internetauftritt pflegebetreuung24.com. Redakteurin Kathrin Wampa zum Launch der Webseite: „Wir möchten jeden beraten, der Hilfe im Alltag braucht, unabhängig davon, bei welche Krankenkasse man versichert ist, welche Rente man bezieht und ob die Angehörigen berufsstätig sind. Es gibt immer eine Lösung.“

Die Zukunft im Blick: Vollmachten und Verfügungen

Grundsätzlich ist aber der Blick gen Zukunft für Senioren stets organisatorisch wichtig. Schließlich müssen Ihre Angelegenheiten auch dann geregelt sein bzw. werden, falls Sie es später nicht mehr alleine können. Dabei sollten Sie sich auf folgende Kriterien konzentrieren:

  • Ausstellen einer Patientenverfügung: Damit legen Sie gezielt fest, welche ärztlichen Maßnahmen Sie später erhalten und welche Sie demgegenüber ablehnen.
  • Ausstellen einer Betreuungsverfügung: Mit dieser Verfügung erteilen Sie dem Gericht quasi den Auftrag, bei Bedarf eine von Ihnen bestimmte Person als rechtliche Betreuungsinstanz zu bestellen.
  • Ausstellen einer Vorsorgevollmacht: Sollten Sie später tatsächlich nicht mehr in der Lage sein, selbstständig zu handeln oder Entscheidungen zu treffen, benötigen Sie eine Person Ihres Vertrauens, die für Sie Dinge regelt oder zum Beispiel Verträge abschließt. Mit einer Versorgungsvollmacht legitimieren Sie diesbezüglich eine Person zu Handlungen dieser Art.

Hinterlegen können Sie die Verfügungen bzw. Vollmachten beim ZVR (Zentrales Vorsorgeregister), das von der Bundesnotarkammer geführt wird. Inzwischen haben sich hier mehr als drei Millionen Deutsche ihre jeweiligen Vorsorgeurkunden registrieren lassen.

Bildquelle: Thinkstock, 467579823, iStock, AlexRaths

Helena
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