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Heiraten und die Freiheit

Wir halten uns alle nach der französischen Revolution für aufgeklärt und emanzipiert. Frauen gehen arbeiten, Männer schieben Kinderwagen und geheiratet wird auch nicht mehr so oft.

Gestern saß ich in der Bahn, als eine Frau mit glühend roten Haaren einstieg. In ihrer Hand baumelte eine offene Sektpulle. Sie plumpste auf den Platz neben mir, nuckelte an der Flasche, hickste und verkündete dann: „Männer mit einem Kinderwagen, das sieht scheiße aus! Das passt nicht zusammen.“ Noch ein Schluck Sekt.  Dann: „Männer, die einen Kinderwagen schieben, sehen traurig aus.“
Einige lachen. Andere ziehen eine Augenbraue hoch (wahrscheinlich die emanzipierten Damen, deren Männer ständig den Kinderwagen schieben…) .
Und dann: „Ihr Weiber, kümmert euch gefälligst selbst wieder darum!“

Auch mir begegnet ein Vorurteil des Öfteren.
Letztens wurde ich gefragt, mit scheinbar harmloser Stimme: „Sag mal, wann heiratet ihr denn?“
Ich so: „Gar nicht.“
Er so: „Wieso? Streitet ihr denn oft?“
Tun wir natürlich nicht. Wir wollen nur nicht heiraten. Das aber ist auch heute noch ein Gedanke, der bei vielen Menschen Stirnrunzeln verursacht, den viele nicht verstehen. Warum eigentlich nicht? Ich dachte, wir sind so emanzipiert? Und die Scheidungsrate spricht da doch auch für sich (immerhin 50%…) .

Heiraten ist eine tolle Sache, die große Liebe wird zwischen Braut und Bräutigam gefeiert. Es ist eine alte, wunderschöne Tradition. Doch so, wie Männer heute Kinderwagen durch Einkaufspassagen schieben, so wollen viele Paare nicht mehr heiraten. Passt das zusammen? Geht das? Oder stimmt da im Grunde genommen etwas nicht? Hat die französische Revolution uns betrogen, als sie uns den Samen des Dranges nach Freiheit einpflanzte? Und deren Saat wir heute kaum genussvoll ernten, sondern unter Schwerstarbeit pflegen und verteidigen müssen? Was ist da los? Wie seht ihr das? Mehr zur Revolution erfahrt ihr über Wiki! 😉

Helena
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