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Hochzeitssprüche und Reden – gut gemacht eine Bereicherung, ansonsten eine peinliche Anekdote

Bei diesem Thema stellen sich einigen, die schon geheiratet haben, die Nackenhaare auf, denn diese gut gemeinten Sprüche und allgemeinen Erheiterungen können sehr schnell ins bodenlose rutschen und für peinliche Stille im Festsaal sorgen, wenn sie deplatziert und als ein Elefant im Porzellanladen daher getrampelt kommen.

,,Und wenn der Ehemann einmal ausbricht, um mit der Arbeitskollegin…“ trompetet der freudige Onkel Sam, den sich sein Bruder als Hochzeitsredner ausgesucht hat, weil Sam eigentlich immer eine lustige Geschichte und einen guten Witz auf Lager hat. Das hier übertrifft jedoch jeden blöden Witz. Und es ist auch nicht mehr lustig. Schwitzend beobachtet der frisch verheiratete Mann Danny seine Ehefrau Susanna, die mittlerweile fuchsteufelswild ist. Und tötende böse Pfeilbogenblicke Richtung Sam wirft, die an seinem blitzenden Lächeln wirkungslos abprallen.

Die Hochzeitsrede ist ein gefährliches Terrain, ein verstecktes Minenfeld, das die allermeisten unterschätzen. Denn schon vergessen? Der Hochzeitstag soll der schönste Tag im Leben werden, da sind die Erwartungen an jedes festliche Detail dementsprechend hoch geschraubt. Und die Rede ist ein ziemlich großes, wichtiges Detail, wohl bemerkt. Welches nur von sehr mutigen Familienmitgliedern ausgeführt werden sollte 😉 .

Erst einmal sollte man das Brautpaar sehr gut kennen, um deren Humor richtig einzuschätzen. Menschen, die sich selber allzu wichtig nehmen, werden wohl kaum über sich selbst lachen können. Und wenn man keine biestigen Gesichter riskieren will, lässt man haarewuschelnde Sprüche alá ,,Viel Spaß im goldenen Gefängnis“ wohl besser sein – denn hierüber wird keiner der beiden wirklich lachen können. Und man selber ist ganz schnell ganz weit unten auf der Liste ,,Patenonkel für die ungeborene Lisa“. Vielleicht ist den beiden aber auch jeder Humor gänzlich abgekommen – dann sollte man sich eine ernsthafte, wohl dosierte Rede überlegen, die einfach gestrikt und im seriösen Mantel vorgetragen wird.

Eine gute Portion Respekt sollte ebenfalls nicht fehlen. Und die Persönlichkeit ist ein zusätzliches, sehr wichtiges Werkzeug einer guten Rede, denn was nicht persönlich anspricht, ist ziemlich trocken und fade. Außerdem fühlt das Brautpaar sich dann vielleicht nicht genug wichtig und ernst genug genommen – immerhin ist das ihr Tag und der soll auch, bitte schön, gebührend beachtet werden.

Zu guter Letzt ist es auch die Art, wie sie vorgetragen wird. Wer sich in ein dunkles Eckchen verkriecht und mit krächzendem Stimmchen die Worte tonlos in den Raum haucht, wird wohl kaum brandenden Applaus ernten, sondern eher kollektives Gegähne. Enthuiastisch, aufbrausend und emotional sollte man sein – nur nicht übertrieben, sondern immer schön authentisch, um das beziehungstechnische Gesicht der beiden – hoffentlich 😉 – glücklich Vermählten zu unterstreichen.

Auf jeden Fall darf die Rede nicht auf die leichte Schulter geschwungen, sondern sollte als die Bürde, die sie wirklich ist, wahr genommen werden. Das ist nicht einfach und erfordert vielleicht auch etwas Vorbereitung und Disziplin. Aber wer eine gute Rede hinbekommt, hat ein strahlend lächelndes Brautpaar als Dank. Und das ist doch ein wirklich guter Grund, eine tolle Rede zu halten 🙂 .

Helena
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