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Internetsucht bei Jugendlichen

Ihr Nachwuchs verbringt immer mehr Zeit zurückgezogen vor dem Computer. Könnte eine Internetsucht vorliegen?

Bei der Beantwortung dieser Frage sollte man zunächst eines beachten: Die Zeit alleine, die im Internet verbracht wird, ist kein eindeutiges Indiz für eine Sucht! Wo vor dem Internet-Zeitalter weite Wege nötig waren, lassen sich heute viele Aufgaben online erledigen. Wir schreiben E-Mails, statt Briefe, kaufen in Online-Portalen ein, statt ins Kaufhaus zu gehen, recherchieren und kommunizieren im Internet.

Entscheidend sind vor allem folgende Faktoren:
Süchtige haben kaum Kontrolle über ihren Nutzungszeitraum. Versuche, die Zeit im Internet zu unterbrechen oder zu verkürzen scheitern. Entzugserscheinungen wie Nervosität oder Gereiztheit treten bei einer vorübergehenden Pause auf. Immer mehr Aktivitäten werden auf das Internet verlagert und die Zeit im virtuellen Raum steigt enorm. Negative Auswirkungen auf soziale Beziehungen und das Leistungsvermögen zum Beispiel in der Schule, stellen sich als Konsequenz ein.

Die Ursachen können vielfältig sein. Das Internet ist vor allem deswegen attraktiv, weil es neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet. Die Möglichkeit, mit der eigenen Identität zu spielen und die Realität ausblenden zu können, kann vor allem in der Pubertät verlockend sein. Das Internet ist ein anonymer Raum, in dem soziale Bedürfnisse stellvertretend befriedigt werden können.

Wie auch bei anderen Suchtkrankheiten gilt auch bei der Internetsucht, dass die Ursachen bekämpft werden müssen, nicht die Symptome. Hier ist auch die Familie gefragt! Ablehnung und Vorwürfe verstärken das Rückzugsverhalten, stattdessen sind Verständnis und Geduld gefragt. Sprechen Sie den Betroffenen auf Ihre Beobachtungen an und versuchen Sie für Ablenkung zu sorgen. Schlichtes Verbieten des Internetkonsums ist nicht hilfreich, vielmehr sollte nach Handlungsalternativen gesucht werden.

Viele Betroffenen und ihre Angehörigen stehen der Sucht hilflos gegenüber. Im Internet, der vertraute Raum der Betroffenen, bietet auch Unterstützung, zum Beispiel Foren zum Thema, in denen ein Austausch ermöglicht wird. Doch sollte sich auch nicht davor gescheut werden, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Aber ganz wichtig: Zwang hilft nicht weiter, nur die Zusammenarbeit mit dem Betroffenen kann Erfolge bringen!

Helena
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