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Jemanden heiraten, ohne ihn zu lieben – möglich?!

Was, wenn man einen Heiratsantrag bekommt, von jemanden, der nicht der/die Richtige – aber eben auch nicht der/die Falsche ist?

Kennen Sie das? Sie sind mit jemanden zusammen, der sie vergöttert. Sie jagen sich lachend durch das Treppenhaus, spielen Verstecken in der Wohnung, haben atemberaubend guten Sex, tiefsinnige Gespräche und sind die allerbesten Freunde, sprich: Sie haben eine wirklich wunderschöne Zeit zusammen. Aber manchmal, wenn Sie nachts noch wach liegen, an die weiße Decke über ihrem Kopf starren, neben sich Ihren Partner schnarchen hören, dann haben Sie irgendwie das Gefühl, dass da etwas fehlt. Irgendwie sind Sie noch nicht richtig angekommen.

Natürlich gibt es keine perfekte Beziehung. Und nach ein paar Jahren ist auch die größte Leidenschaft einer warmen Vertrautheit gewichen. Die große Liebe ist immer ein schwindelerregender Hormoncocktail, der irgendwann auch mal ausgetrunken und der Rausch ausgeschlafen ist. Aber was, wenn man nie richtig rauschhaft in den anderen verliebt gewesen ist?
Und was, wenn Sie verdammt nochmal irgendwie das Gefühl haben, dass da etwas fehlt – nämlich die Liebe?

Und dann passiert es. Er oder sie macht Ihnen einen Antrag. Natürlich in romantischem Ambiente, alles ist perfekt und der Ring wunderschön. Aber Ihnen stockt der Atem und das ,,Ja“ bleibt Ihnen irgendwie im Halse stecken. Die Vernunft rüttelt an Ihrer Zunge, fleht Sie an: Sag Ja, du dumme Kuh! Aber das Herz schweigt. Das sagt nicht Ja und nicht Nein. Und Sie wissen plötzlich nicht mehr ein und nicht aus.

,,Das Verrückte an Heiratsanträgen ist: Sie ist die größte Entscheidung deines Lebens, aber es darf nicht schwer fallen, sie zu fällen.“ So oder so ähnlich hat das mal eine Dame in einem wirklich schönen Film gesagt. Und meiner Meinung nach ist da etwas wahres dran. Ein bester Freund ist verdammt nochmal nicht zum Heiraten da. Und auch wenn der Alltag keine endlose Kitschverfilmung aus Hollywood ist, die Leidenschaft sich auch mal verliert und man zusammen schwere Zeiten durchstehen muss: Die Liebe gehört zum Heiraten dazu und die Hochzeit ist keine Kompromiss-Entscheidung, sondern eine, die mit vollem Herzen gefällt werden muss.

Natürlich können solche Beziehungen auch gut gehen, aber ganz ehrlich: Wie sehen Sie sich dann in zwanzig Jahren? Könnte es da nicht sein, dass plötzlich heftige Torschlusspanik aufkommt? Sie sich klammheimlich fragen, ob Sie da nicht etwas verpasst haben?
Vernunft hin oder her: Bei der Entscheidung, ob man heiraten will, muss beides im Einklang sein: Ich heirate ihn oder sie, weil ich ihn oder sie liebe. Wenn Sie noch zusätzlich beste Freunde sind, ist das natürlich ein tolles Fundament für die Ehe! Aber ohne Liebe heiraten, davon rate ich jedem ab.

Helena
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