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Lern- und Verhaltensstörungen bei Kindern – was tun?

Es gibt viele verschiedene Modelle für die Erklärung von Lern- und Verhaltensstörungen. Das biopsychosoziale Modell gilt dabei als ein sehr aktuelles Konzept zur Prävention und Erklärung von Störungen und Dysfunktionen – gerade bei Kindern und Jugendlichen.


Viele Menschen leiden unter Lern- und Verhaltensstörungen. Diese zeigen und bilden sich schon im jungen Alter heraus. Für sie gibt es mehrere Auslöser. Einer von ihnen ist das Elternhaus…

Die Grundannahmen des biopsychosozialen Modells

Das Modell geht von sechs Grundannahmen aus, die zu einer psychischen Störung führen können. Sie alle stehen in einer bedeutenden Wechselwirkung. Ob und wie weit sich einer oder mehrere dieser Aspekte auf den jungen Menschen auswirken ist verschieden. Zudem kann ein und derselbe Faktor bei jedem Menschen zu unterschiedlichen Störungen führen. Gründe sind die individuelle Vulnerabilität (Verwundbarkeit) und weitere Kontextbedingungen. Diesen Prozess nennt man Multifinalität. Neben genetischen Aspekten sind Beeinflussungen der Umwelt von sehr hoher Bedeutung. Im Frühkindsalter sind es vor allem die Lernerfahrungen im Elternhaus, die das Verhalten der Kinder stark beeinflussen.

Die bereits erwähnten Grundannahmen der Modelle der Biopsychosozialforschung stellen sich aus sechs Faktoren zusammen:

– Jeder Mensch unterscheidet sich in seiner Erwiderung von Reizen aus der Umwelt
– Jeder Mensch steht in einer andauernden Wechselwirkung von Sich und seiner Umwelt
– Diese Wechselwirkungen sind in breitere ökologische Kontexte, wie beispielsweise Familie und Freundeskreise, eingebettet
– Jeder Mensch reagiert und agiert aktiv und nicht passiv, Umwelteinflüsse werden verarbeitet und führen zu Verhaltensänderungen oder –beibehaltungen
– Jeder Mensch beeinflusst seine Erfahrungen in den jeweiligen Umwelten aktiv, indem er sich seine Umwelten selbst auswählt
– Jeder Mensch verändert sich über die Zeit. Gründe hierfür sind genetische Faktoren und Einflüsse aus der Umwelt

An der Ursache und Aufrechterhaltung von Lern- und Verhaltensstörungen sind sowohl biologische, psychische als auch soziale Faktoren beteiligt. Dabei kommen derzeitige Modelle der Biopsychosozialforschung zu Ergebnissen, die auf Basis empirischer Befunde erstellt wurden. Sie schaffen Ansatzpunkte für die Diagnostik und haben in den letzten Jahren die vielen beteiligten Ebenen einbezogen, die zu Lern- und Verhaltensstörungen führen können.

Für die Diagnostik und Intervention sind sowohl die verschiedenen Ebenen, als auch die frühe und schrittweise Durchführung von hoher Bedeutung. Denn jedes Kind entwickelt sich anders, wird von unterschiedlichen Faktoren mehr oder weniger beeinflusst und entwickelt demnach verschiedene Grade der Lern- und Verhaltensstörung. Durch die frühe Intervention können Risikofaktoren abgeschwächt oder Schutzfaktoren gestärkt werden.

Was Sie als Eltern tun können

Beobachten Sie Ihre Kinder durchgehend. Wie ist ihr Verhalten und ihre Laune nach einem Tag im Kindergarten oder der Schule. Reden sie mit ihren Kindern über ihren Alltag. Nur so können Sie auch das ein oder andere Geheimnis herauskitzeln.

Schenken Sie Ihren Kindern immer die verdiente Aufmerksamkeit die sie brauchen. Unterstützung ist das A und O. Gerade die frühkindliche Erziehung ist wichtig, Kinder sollen und müssen ein enges Vertrauensverhältnis zu ihren Eltern aufbauen können.

Sollten Sie Störungen bei Ihren Kindern beobachten und nicht weiter wissen, kontaktieren Sie einen Arzt, er wird Ihnen, wenn nötig, einen geeigneten Kinderpsychologen empfehlen können.

Foto: Peter Atkins – Fotolia

Helena
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