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Lohnt sich private Altersvorsorge?

„Jetzt schon an Morgen denken“ – mit solchen und ähnlichen Sprüchen versuchen Banken und Versicherungen Ihre Kunden zu Ködern und vom Abschluss eines Altersvorsorgevertrags zu überzeugen. Bilder von klaffenden Rentenlücken helfen, die Unterschrift unter den Vertrag zu bringen. Doch für viele Menschen ist unklar, ob sich derartige Versicherungen wirklich lohnen.

Leider Tatsache: die finanzielle Zukunft wird nicht rosig

27 Jahre lang muss der heutige Durchschnittsverdiener brav seine Beiträge in die Rentenkasse gezahlt haben, um bei Eintritt ins Rentenalter eine Rente auf Sozialhilfeniveau zu bekommen. Wer das Pech der späten Geburt hat, wird im Jahr 2035 bereits 35 eingezahlt haben müssen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Bei heutigen Studien- und Ausbildungszeiten sind solche Beitragsjahre kaum zu schaffen. Geschuldet ist dieser Fakt dem demographischen Wandel und abweichenden Erwerbsbiographien. Waren Arbeitnehmer früher oft durchgängig von der Ausbildung bis zur Rente in einem Betrieb tätig, endet die Arbeitszeit heute bei vielen erst einmal abrupt nach der Ausbildung und bilden Löcher in der persönlichen Rentenkasse, die nur schwer wieder auszugleichen sind.

Staat setzt auf private Vorsorge

Dass die Alterspyramide das aktuelle Rentensystem auf lange Sicht nicht mehr tragen können wird, ist nicht erst seit gestern bekannt. Durch Anreize über staatliche Prämien versucht der Staat dieses Defizit auszugleichen. Über Riester-Rente, Bausparen oder betriebliche Altersvorsorge sollen den Arbeitnehmern attraktive Formen des langfristigen Ansparens geboten werden. Doch die Modelle stehen oft in der Kritik, sei es durch hohe Abschlussgebühren oder zu geringe Rendite. Ergebnis ist, dass bislang nur 48 Prozent der Arbeitnehmer Geld in die private Altersvorsorge investieren. Zudem stellt sich die Frage, ob man mit geringen Beträgen, wie von der Regierung propagiert, überhaupt eine ausreichende Deckung erzielen kann. Für den Großteil der Hartz IV- Empfänger und Geringverdiener sind die Verträge schlicht zu teuer. Wer heute 42 Jahre alt ist, müsste 100 bis 600 Euro monatlich investieren, um im Renteneintrittsalter seinen Lebensstandard beibehalten zu können. Eine Sparleistung, die kaum ein Durchschnittsverdiener erbringen kann. In der Diskussion steht daher auch immer wieder eine Mindestrente, wie sie zuletzt von der SPD in Höhe von 850 Euro ins Gespräch gebracht wurde.

Vorsorge vs. Gegenwart

Trotz aller Negativmeldungen sollte sich dennoch jeder über seine Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge informieren. Ein Sparvertrag sollte aber nur abgeschlossen werden, wenn die Mittel dafür ausreichen. Wer wegen eines Riestervertrags ständig den Dispokredit des Girokontos in Anspruch nehmen muss, zahlt am Ende mehr Zinsen als der Vertrag abwirft. Ein Vergleichsrechner, den Sie z. B. unter http://guenstigere.com/rentenversicherung/ finden können, kann helfen, die persönliche Belastung und Mindestbeiträge einzuschätzen.


Bild von: Thinkstock, 483266153, iStock, Ridofranz

Helena