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Neue Forschungsergebnisse: Krebsmedikament gegen Alzheimer

Weltweit arbeiten Wissenschaftler daran, wirksame Medikamente gegen die Alzheimer-Erkrankung zu entwickeln. Aber nicht nur das. Mittel, die ursprünglich für andere Krankheiten zugelassen wurden, werden auf ihre Behandlungs-Tauglichkeit bei Alzheimer getestet; und geben Anlass zur Hoffnung.

Wie und wodurch Alzheimer entsteht, wurde mittlerweile zum Teil enträtselt. Trotzdem gibt es immer noch kein spezielles Mittel gegen die Krankheit. Auf der ganzen Welt wird intensiv danach geforscht, denn das Alter der Menschen steigt und somit auch die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken. Innerhalb der nächsten 40 Jahre wird sich die Zahl der Betroffenen mehr als verdoppeln – wenn kein wirksames Medikament gefunden wird.

Wirkstoff Bexaroten gegen Alzheimer

Nun aber besteht Anlass zur Hoffnung. Eine Gruppe amerikanischer Neurowissenschaftler, unter der Leitung von Professor Dr. Gary Landreth, hat herausgefunden, dass ein Krebsmedikament, das bereits seit einigen Jahren zugelassen ist, mit seinem Wirkstoff Bexaroten eine Lösung des Alzheimer-Problems sein könnte. Dabei geht es um das ApoE-Gen. Es ist u. a. dafür zuständig, im Gehirn ein bestimmtes Eiweiß (Amyloid) zu eliminieren. Wird dieses ApoE durch das Bexaroten erhöht, werden folgerichtig mehr schädliche Eiweiß-Plaques zerstört und das Nervengewebe dadurch geschützt.

Mangel zerstört Nervenfasern

Die Alzheimer-Erkrankung entsteht auf Grund eines Mangels des ApoE-Gens. Dadurch werden die schädlichen Beta-Amyloide im Gehirn nicht zerstört und entsorgt, sondern bilden einen Belag, der letztendlich Nervenfasern zerstört und so Alzheimer verursacht.
Dieser Prozess könnte mit dem Krebsmedikament Targretin, das den Wirkstoff Bexaroten enthält, aufgehalten werden. Aber Bexaroten kann noch mehr. Es erhöht nicht nur das ApoE sondern regt auch noch die Immunabwehrzellen im Gehirn dazu an, die festen Amyloid-Verklumpungen zu vertilgen.

Nur an Mäusen getestet

Leider gibt es aber einen Wehrmutstropfen bei der ganzen Geschichte: Das Krebsmedikament wurde bis jetzt nur an Mäusen ausprobiert. Diese hatten aber keine echte Alzheimer-Erkrankung entwickelt, sondern waren von den Wissenschaftlern dahingehend gentechnisch manipuliert, dass sie Amyloidablagerungen wie die künftige Zielgruppe bildeten. Und das Bexaroten sorgte auch effizient dafür, dass die Plaques wieder abgebaut wurden. Ob der Wirkstoff auch gegen die genau so schädlichen Tau-Fasern wirksam ist, werden weitere Versuche an Mäusen erst noch zeigen.

Helena
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