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Reisen im Alter: Trotz Anstrengung Spaß haben!

Eine Freundin von mir ist mittlerweile 86 Jahre alt. Sie verreist überhaupt nicht mehr, was sie sehr belastet, da sie früher als Archäologin regelmäßig nach Ägypten und Griechenland unterwegs war.

Jetzt würde sie sehr gerne reisen, das Geld wäre eigentlich auch vorhanden. Ihr Problem ist nur: Sie müsste ganz alleine fahren. Die Enkel haben andere Sachen im Kopf. Mit ihrer Tochter verbindet sie ein ziemlich ambivalentes Verhältnis, was zum Großteil ihre eigene Schuld ist, dementsprechend ungern fähr die aber mit der Mama in den Urlaub. Ich verstehe natürlich, warum sie Angst vor einer Reise hat.

Das größte Problem beim Reisen allein sind die Dinge, die früher nebenbei funktionierten. Koffer tragen über U-Bahn-Treppen. Lautsprecherdurchsagen, die nur unverständliches Knarzen in den Ohren produzieren. Schmerzende Knie. Schwer lesbare Schilder unter irgendeiner Flughafendecke. Gedränge und Krach. Die Handtasche gestohlen und das blöde Handy funktioniert nicht.

All die Dinge, die früher den Kick und das Abenteuer ausmachten, sind im Laufe der Zeit irgendwie in die Kategorie „ernsthafte Bedrohung“ abgerutscht. Warum eigentlich?

Nüchtern gesehen ist man ein Mensch wie alle anderen. Nur eben etwas weniger fit, etwas weniger flexibel, etwas weniger beschwingt. Der Grund, warum einem das als unüberwindbare Hürde erscheint, ist einfach: Die meisten Leute sind zu stolz, um sich einzugestehen, dass sie alt sind. Und wenn sie es doch tun, wollen sie ungern daran erinnert werden. Schlussendlich stellt sich dann oft die Frage, ob eine Reise, die der Erholung dienen soll, wirklich Sinn macht, wenn sie dermaßen anstrengend ist.

Ich denke doch. Ähnlich wie das geistige Training im Alter ist Reisen reine Übungssache. Es muss ja nicht Sibirien sein. Fahren Sie nach Italien, sparen Sie nicht (Das verstehe ich nie! Wozu im Alter noch sparen?) und nehmen sie einen bequemen Zug und ein noch bequemeres Hotel. Oder in den Harz. Auch 3stündige Ausflüge in andere (Bundes)länder sind eine Reise!

Wichtig ist doch nur, dass man sich frischen Wind um die Nase wehen lässt, und wenn es zu anstrengend wird, legt man sich hin und schläft die Nacht durch, während die jungen Leute tanzen. Dafür sind wir dann um 6 wach und können uns den Marktplatz ansehen, wenn der Rest noch seinen Rausch ausschläft.

Helena
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