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Renten-Nullrunde – Auswirkungen der Wirtschaftskrise

In diesem Jahr müssen rund 20 Millionen Rentner in Deutschland aufgrund der Weltwirtschaftskrise eine Nullrunde hinnehmen, das heißt, es gibt keine Rentenerhöhungen. Die 2009 eingeführte Schutzklausel bewahrt sie jedoch vor einer Kürzung ihrer Bezüge.

Der Konjunktureinbruch 2009 hat sich besonders stark in Westdeutschland ausgewirkt, so dass eine deutliche Senkung der Löhne um 0,96 Prozent zu verzeichnen war, was nicht zuletzt auf die Kurzarbeit zurückzuführen ist. Im Osten stiegen sie dagegen geringfügig um 0,61 Prozent.

Nullrunde durch Wirtschaftskrise

Durch den Konjunktureinbruch müssen sich Tausende von Rentnern mit einer Nullrunde zufrieden geben. 2009 sind die für die Rentenberechnung ausschlaggebenden Bruttolöhne und –gehälter erstmals seit 50 Jahren gesunken. Das einzig Positive daran ist, dass die im selben Jahr eingeführte Schutzklausel die Rentner immerhin vor Kürzungen ihrer Bezüge bewahrt.

Noch im vergangenen Jahr konnte ein Anstieg der Renten in Westdeutschland um 2,41 Prozent und in Ostdeutschland um 3,38 Prozent verzeichnet werden. Dies stellte den höchsten Zuwachs seit den 1990er Jahren dar. 2004 und 2006 mussten Rentner bereits Nullrunden hinnehmen.

Renten-Prognose für 2011

Auch für 2011 gehen die Bundesregierung und die Deutsche Rentenversicherung von einer Nullrunde aus. Die Kalkulationen der Regierung ergeben einen diesjährigen Lohn– und Gehaltszuwachs von 0,8 Prozent und im Folgejahr von 1 Prozent. Nach dieser Kennzahl richtet sich die Rentenanpassung für den darauf folgenden Juli.

Die Bundesregierung rechnet mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent in diesem und 1,6 Prozent im nächsten Jahr. Diese Prognosen sind wegweisend für die Haushalte von Bund, Ländern, Kommunen und Sozialversicherungen und dienen als Grundlage für die Steuerschätzung im Mai.

Dramatische Entwicklung der Renten

Vor dem Hintergrund steigender Beitragsbelastungen in den Kranken– und Pflegeversicherungen sowie der Nullrunden in den vergangenen und wahrscheinlich auch zukünftigen Jahren ist diese Entwicklung alarmierend. Allein im Zeitraum von 2004 bis 2008 lag der Wertverfall bei Renten bei mehr als zehn Prozent.

Obwohl die bisherige Rentengarantie eine Minusrunde ausgeschlossen hat, sollen zukünftig die bisher verhinderten Kürzungen – 3,81 Prozent in den alten und 1,83 Prozent in den neuen Bundesländern –  über den Nachholfaktor bei einer möglichen Rentenerhöhung abgezogen werden. Zudem dämpft der Riester-Faktor künftige Rentenanpassungen.

Helena
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