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Studie: Regelmäßiges Vorlesen fördert soziales Empfinden und Verhalten von Kindern

Wenn Kindern regelmäßig vorgelesen wird, wirkt sich das positiv auf ihr soziales Verhalten aus. Das ist das zentrale Ergebnis der Vorlesestudie 2015, die die Bedeutung des Vorlesens für die Entwicklung von Kindern unter die Lupe genommen hat.

Am 20.11. ist bundesweiter Vorlesetag, bereits jetzt liegen die Ergebnisse der Vorlesestudie 2015 vor. Die Studie, die von der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung „Zeit“ und der Deutsche Bahn Stiftung seit 2007 alljährlich durchgeführt wird, befasst sich in diesem Jahr vor allem mit der Frage: Hat regelmäßiges Vorlesen einen nachhaltigen Einfluss auf die Ausprägung von sozialen Kompetenzen? Wenn ja, wie macht sich das bemerkbar?

Selbstbewusster, ausgeglichener und empathischer

„Regelmäßiges Vorlesen unterstützt die individuelle Entwicklung von Kindern, von schulischen Leistungen bis hin zu familiären Bindungen“, heißt es in der Pressemitteilung zur Vorlesestudie 2015. Laut der Erhebung verfügen Kinder, denen von ihren Eltern regelmäßig vorgelesen wurde, über mehr Empathie als Kindern, die nicht in den ständigen Genuss des Vorlesens kamen. Erste sind demnach häufiger bemüht, Mitmenschen in die Gemeinschaft zu integrieren, haben einen stärker ausgeprägten Gerechtigkeitssinn, auch über ihr unmittelbares Umfeld hinaus, und werden zudem öfter als selbstbewusst und fröhlich charakterisiert. Das Vorlesen von Geschichten schafft Gesprächssituationen, in denen Eltern mit ihren Kindern auch tiefergehende und schwierige Thematiken besprechen, oftmals geht es dabei um soziales Miteinander, um Verhaltensweisen und Regeln. Die Geschichten, die von Eltern ausgesucht werden, bieten häufig Orientierungshilfen und zeichnen verhaltensrelevante Modelle auf, das scheint sich auf Dauer auszuzahlen.

In den Familien herrscht Nachholbedarf beim Vorlesen

Die positiven Effekte zeigen sich unabhängig vom Bildungsgrad der Eltern, so Studienleiterin Dr. Simone C. Ehm vom Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen: „Tägliches Vorlesen unterstützt Kinder auch dann in ihrer Entwicklung, wenn die Eltern kein Abitur und keinen Hochschulabschluss haben.“ Daher sollte jeder Vater und jede Mutter „diese Möglichkeit nutzen, um das eigene Kind zu fördern.“ Aktuell sieht es aber so aus, dass 30 Prozent der Kinder seltener als einmal in der Woche (15 Prozent) oder gar nicht (15 Prozent) vorgelesen wird. Nur 25 Prozent der rund 500 befragten Mütter gaben an, dass sie ihren heute 8 bis 12 Jahre alten Kindern täglich vorgelesen haben, als diese noch jünger waren und noch nicht lesen konnten.


Img: Thinkstock, 155394365, iStock, Dejan Ristovski

Helena
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