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Tschüs Streit, hallo Harmonie: Eheprobleme gemeinsam lösen

In einer Ehe können eine Vielzahl von Problemen auftreten: Eifersucht oder der unerfüllter Kinderwunsch führen oftmals genauso zu Streitigkeiten wie fehlende Zweisamkeit und kaum gemeinsame Aktivitäten. Damit die Partnerschaft noch eine Chance hat, sollten beide Ehepartner nicht zu schnell aufgegeben oder untätig bleiben. Wer seine Ehe retten möchte, stellt sich aktiv den Problemen. Diese Tipps können helfen.

Sich seiner Probleme bewusst werden

Zunächst einmal ist es wichtig, dass man sich darüber bewusst wird, welche Probleme überhaupt belasten. Ist es die ständige Eifersucht des Partners? Oder sind es die immer wiederkehrenden Geldsorgen? Fühlen sich beide in ihren Rollen überfordert, zum Beispiel als Hausfrau und als Ernährer? Wichtig ist es, selbstkritisch zu sein: Häufig werden Eheprobleme totgeschwiegen – oftmals monate- oder gar jahrelang. Die Psychologin Dr. Eva Wlodarek weiß, dass auch ein großes Harmoniebedürfnis seitens eines Partners dazu führen kann, dass Probleme langfristig abgewiegelt werden: „Häufig werden Probleme unter den Tisch gekehrt, um Streit zu vermeiden.“

Schwierige Themen offen ansprechen

Doch durch Schweigen können keine Probleme gelöst werden. Deshalb sollte man selbstbewusst das Gespräch suchen und die belastenden Themen offen ansprechen – auch wenn das Überwindung kosten mag. Hilfreich kann es sein, sich vorher die wichtigsten Punkte zu notieren, wie Dr. Eva Wlodarek rät: „Nehmen Sie sich einen Zettel, und beschreiben Sie die aktuelle Situation so sachlich und unemotional wie möglich: Was tut der Partner, wie geht es Ihnen? Als nächstes schreiben Sie sich konkret und detailliert auf, was Sie gerne möchten.“ Wenn der Ehemann oder die Ehefrau abblockt, gibt man nicht auf. Offene Fragen helfen eventuell, einen Anfang zu finden: Wie glücklich bist du in unserer Ehe? Was würdest du in unserer Beziehung ändern, wenn du könntest?

Gemeinsam nach Lösungen suchen

Wenn beide Partner erkennen, wo die Probleme liegen, ist ein großer Schritt in Richtung Besserung getan. Jetzt müssen sie gemeinsam daran arbeiten, die Streitigkeiten in den Griff zu bekommen. Sich in entsprechenden Situationen gegenseitig zu ermahnen, kann eine Möglichkeit sein. Womöglich ist es sinnvoll, sich professionelle Unterstützung von einem Eheberater zu holen. Die Ehepartner dürfen jedoch nicht zu viel erwarten, und vom anderen verlangen, dass sich alles von heute auf morgen verbessert. Eheprobleme brauchen Zeit und Geduld, weil sie unter Umständen tief in der Psyche verwurzelt sind.

Falls einer der Eheleute die Probleme nicht wahrhaben will, muss der andere nicht aus Solidarität untätig bleiben. Auch alleine lässt sich eine Eheberatung aufsuchen, wie die Psychologin weiß. Im vermeintlich schlimmsten Fall bleibt die einzige Lösung bei Eheproblemen die Trennung. „Wer Angst vor einer Trennung hat, sollte sich klarmachen: Noch schlimmer als das Alleinsein ist Einsamkeit zu zweit“, erklärt Dr. Eva Wlodarek.


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Helena