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Übermäßiger Medienkonsum gefährdet Kinder

Übermäßiger Medienkonsum schadet, das allein ist keine Neuigkeit. Neu ist aber, dass es einen Zusammenhang zwischen intensiver Mediennutzung und Entwicklungsstörungen bei Kindern gibt. Das brachte die BLIKK-Studie Ende Mai als Ergebnis zutage. Weiteres Ergebnis: Es betrifft bereits einen Monat alte Säuglinge. Inwieweit sie bereits Medien konsumieren und wie es bei Kleinkindern und Jugendlichen aussieht, hat die Studie ebenfalls analysiert.

Die aktuelle BLIKK-Studie

Die gesundheitlichen Risiken zeigten sich in

  • Fütterungs- und Einschlafproblemen bei den Jüngsten, den einen Monat bis ein Jahr alten Kindern, wenn die Mütter während der Betreuung digitale Medien wie das Smartphone nutzten.
  • Konzentrations- und Sprachentwicklungsstörungen bei den Zwei- bis Fünfjährigen durch den Medienkonsum. Fast 70 Prozent der Kinder konnten sich keine zwei Stunden allein beschäftigen.
  • Der leichten Ablenkbarkeit und Unruhe der Acht- bis 13-Jährigen, ein wichtiges Kriterium psychischer Auffälligkeit.
  • Außerdem gehörten zum Medienkonsum von über einer Stunde am Tag viele Süßigkeiten und Süßgetränke, was zu einem erhöhten Body-Maß-Index (BMI) führte.

Untersucht wurde das Verhältnis zwischen Mediennutzungszeiten und psychischen wie physischen Auffälligkeiten von Kindern durch Eltern- und Kindbefragungen. Als Novum wurden die Befragung an die Früherkennungsuntersuchungen U3 bis J1 gekoppelt. Die Ergebnisse stammen aus dem gemeinsamen Projekt BLIKK-Medien des Instituts für Medizinökonomie und Medizinische Versorgungsforschung der RFH Köln mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Selbstkontrollierte Mediennutzung

Die befragten Jugendlichen gaben zudem an, dass sie selbst die Internetnutzung schlecht kontrollieren könnten und berichteten von daraus resultierenden negativen Konsequenzen im Alltag. Ein erster Hinweis auf eine sich entwickelnde Mediensucht, so schloss die Studie.

Die Drogenbeauftragte des Bundes, Marlene Mortler, tritt als Schirmherrin des Projektes auf und mahnte, „Wir müssen die gesundheitlichen Risiken der Digitalisierung ernst nehmen!“ Kinder sollten im digitalen Kosmos nicht allein gelassen werden, um eine eigene Medienkompetenz entwickeln zu können. Eltern, Pädagogen, Ärzte und die Regierung seien in der Verantwortung.

Vorteile nutzen, Werte wahren

Aus dem Berufs- und Privatleben sind die kleinen elektronischen Geräte wie Smartphone und Tablet nicht mehr wegzudenken, ebenso das Internet. Zusammen nehmen diese digitalen Bildschirmmedien einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft ein.

Sie zu tabuisieren, um den Gefahren wie einer Internetsucht aus dem Weg zu gehen, kann aber nicht der richtige Weg sein. Ein maßvoller, kontrollierter Umgang, wobei die Vorteile dieses Fortschritts voranstehen, sollte von den Eltern vorgelebt werden. So sehen es auch die Studienmacher wie Institutsleiter Prof. Dr. Riedel. Er spricht davon, den Umgang zu üben und ist für die Förderung „sozialer und ethnischer Werte wie Verantwortung, reale Kommunikation, Teamgeist und Freundschaft auf allen Ebenen“ in der Erziehung.

Bild: Thinkstock, 463392127, iStock, metinkiyak

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