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Waldkindergarten – Lernen in der Natur

Eines der innovativsten Kindergarten-Modelle hat nicht etwa mit Computerkursen für 4 Jährige oder frühkindlichen Fremdsprachenunterricht zu tun – ganz im Gegenteil: Im Waldkindergarten wird mit Stöckchen, Kastanien und Tannenzapfen gelernt. Alle Spielgeräte bietet die Natur, zu jeder Jahreszeit, bei jedem Wetter. Warum das Konzept aufgeht und sogar besonders begrüßenswert ist, darum geht es in diesem Artikel.

Innovation Natur: Das pädagogische Konzept Waldkindergarten

Natur- und Waldkindergärten bieten Stadtkindern und kleinen Rackern, genau den richtigen Platz, um ihre Kreativität und den kindlichen Entdeckerdrang voll auszuleben.
Mit den Betreuern und Betreuerinnen verbringt man den Tag im Wald, bastelt mit den dort auffindbaren Materialien und entdeckt die Pflanzen- und Tierwelt. Durch den uneingeschränkten, weiten Raum ist der Entwicklung keine Grenzen gesetzt. Dadurch dass die Kids den Wald selbst entdecken, statt bloß unter Anleitung zu spielen oder Spielzeug zu konsumieren, werden nicht nur die Sinne geschärft, sondern auch die besten Grundlagen für ein selbständiges Lernen geschaffen.

Die verschiedene Untergründe und Witterungen stärken die motorischen Fähigkeiten. Auch Kinder, die in der Entwicklung etwas langsamer sind oder Defizite aufweisen, können hier aufholen und ihre Fähigkeiten zu entfalten lernen. Die Bewegung an der frischen Luft beugt außerdem Haltungsschäden und Volkskrankheiten wie Übergewicht vor. Stresserkrankungen, die auch bei Kindern immer öfter auftreten, wird vorgebeugt, Unverträglichkeiten und Krankheiten tritt ein durch das Spiel in der freien Natur gestärktes Immunsystem entgegen. Übrigens zeigen Waldkindergarten-Kinder nicht nur mehr Interesse und Konzentrationsfähigkeit in der Schule, sie arbeiten auch viel selbständiger als ihre Mitschüler.

Natürlich gehört zu einem Tag im Wald auch die richtige Ausstattung: Schneeanzüge, Regenjacken, wasserfeste Schuhe, Gummistiefel, Thermo-Unterwäsche und Handschuhe sollten die Kindergartenkinder auf ihren täglichen Gang in den Wald begleiten. Ebenso ein kleiner Rucksack, in dem das Frühstück transportiert wird. Zum Mittagessen geht es dann bei schlechtem Wetter in eine Hütte, wo die Kids auch bei starkem Regenfall Unterschlupf finden.

Waldkindergärten in Deutschland

Waldkindergärten sind nicht etwa ein neuer Trend aus der Gesundheits – und Öko-Bewegung. Das Konzept gibt es bereits seit über 60 Jahren und kommt aus dem skandinavischen Raum. Wann genau der erste Naturkindergarten seine Pforten in Schweden öffnete, kann man heute nicht mehr nachvollziehen, aber dass die erste Betreuungsstätte dieser Art über Dänemark in den frühen 50ern dann Ende der 60er auch nach Deutschland kam, ist noch bekannt. 1968 eröffnete der erste privat organisierte Waldkindergarten in Wiesbaden.
Heute gibt es bereits über 300 Einrichtungen dieser Art in allen Bundesländern. Auf der Seite des Bundesverbandes der Natur- und Waldkindergärten hier findet man eine Liste aller bekannten Betreuungsstätten, die das natürliche Konzept verfolgen.

Helena
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