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Diabetes Typ 1 – Wenn schon Kinder mit der Spritze leben müssen

Für Eltern ist es erstmal ein Schock: Die Diagnose Zuckerkrankheit, wissenschaftlich Diabetes Typ I, erwartet man bei Kindern einfach nicht. Der Umgang mit der Krankheit erfordert jede Menge Aufmerksamkeit, Umsicht und Disziplin – Eigenschaften, die man vor allem bei kleineren Kindern, nicht selbstverständlich voraussetzen kann. Diabetes ist kein Weltuntergang, erfordert aber immer ein radikales Umdenken : Das Essverhalten muss lückenlos kontrolliert werden. Für Kinder und ihre Eltern kein einfacher Weg.

Wie erkenne ich einen Diabetes?

Für einen Diabetes Typ I gibt es mehrere Symptome: Das Kind hat sehr viel Durst, muss oft auf die Toilette, ist schlapp und nimmt trotz vielen Essens stark ab. Bei der Stoffwechselerkrankung produziert die Bauchspeicheldrüse nicht mehr genügend Insulin, das Hormon, das dem Körper dabei hilft, Zucker aus dem Blut in die Zellen zu bringen. Ein überlebenswichtiger Vorgang! Fehlt Insulin, sammelt sich der Zucker im Blut, der Blutzuckerspiegel steigt an, Nahrung kann nicht in ausreichendem Maß vom Körper aufgenommen werden und Nerven können absterben.

Produziert der Körper kein eigenes Insulin mehr, muss dieses gespritzt werden. Nur so kann der Zuckergehalt im Blut gesenkt werden. Gleichzeitig kann nur das Insulin dafür sorgen, dass alle Körperzellen den Treibstoff bekommen, den sie zum Überleben brauchen: den Zucker. Wird ein Diabetes nicht durch die Verabreichung von Insulin in Schach gehalten, droht das Kind schwer krank zu werden – schlimmstenfalls kann es sogar ins Koma fallen.

Alltag mit Diabetes

Da der Zuckerspiegel im Blut nicht über eine bestimmte Grenze steigen darf, braucht das Kind fremdes Insulin und muss ein Leben mit der Spritze führen. Vor jeder Mahlzeit sollte der Zuckergehalt des Blutes bestimmt und dem Körper eine Insulinmenge zugeführt werden, die sich aus dem Blutzuckerwert sowie aus dem Kohlenhydrat-Anteil der anstehenden Mahlzeit errechnet. Der kleine Patient und seine Familie müssen also lernen, Nahrungsmittel richtig einzuschätzen und jede Insulingabe daraufhin zu dosieren.

Wird zuviel Insulin verabreicht oder werden dem Körper zuwenig Kohlenhydrate zugeführt, droht eine Unterzuckerung. Diese erkennt man daran, dass das Kind blass aussieht, möglicherweise zittert und sich schwach fühlt – bei stärkeren Unterzuckerungen kann es zu plötzlichen Wesensveränderungen wie starker Zerstreutheit bis hin zur völligen Abwesenheit kommen. In diesem Fall sollte schnellstmöglich Traubenzucker oder ein zuckerhaltiges Getränk gegeben werden – normalerweise erholt sich das Kind dann innerhalb von 5 bis 10 Minuten.

Leben mit Diabetes

Zuckerkranke Kinder müssen sehr diszipliniert sein und eigenverantwortlich handeln. Für sie gibt es spezielle Diabetes-Schulungsprogramme, in denen sie und ihre Familien in vollem Umfang lernen, mit dem Diabetes umzugehen. Insgesamt ist Diabetes auf jeden Fall eine sehr ernstzunehmende Krankheit – muss heute jedoch kein Grund zur Panik mehr sein. Betroffene Kinder können sehr bald wieder ein fast normales Leben führen.

Foto: Thinkstock, iStock, Annette Romanenko

Helena
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