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Hochzeitsrede des Brautvater

Die Hochzeitsrede ist immer ein delikates Thema. Keiner klingelt gern mit der Gabel gegen das Sektglas, steht auf, um sich mit hochrotem Kopf vor versammelter Mannschaft lächerlich zu machen. Doch diese Art der Blamage gehört zu einer Hochzeit nunmal zwingend dazu 😉 .

Irgendwann im Laufe des Hochzeitsabend hat der Vater genug Bowle in sich hinein geschüttet, dass er unbeholfen gegen sein Sektglas klopft, aufsteht, sich die Krawatte zurecht zupft, wankend nach Gleichgewicht sucht und sich vernehmlich räuspert.
Und dann geht es los. Die Braut kaut nervös auf der Unterlippe, der Bräutigam grinst sich ins Fäustchen.

Väter sind die bärbeißenden Kerle einer Familie. Sie sind stark. Groß. Unbesiegbar. Und deshalb nur selten sentimental. Aber die eigene Tochter an ein neues vermeintliches Familienmitglied abzutreten, kitzelt dann doch an dem Herzchen in der stoischen Brust. So werden dann alte Kamellen durch die Lippen gepresst, peinliche Kinderzimmeranekdoten zum Besten gegeben und zu guter Letzt bitterböse, natürlich rein lieb gemeinte Ratschläge an den werten Schwiegersohn weitergegeben. Natürlich nicht, ohne noch ein weiteres mal auf die Schrotflinte aufmerksam zu machen, die der Herr Papa im Kleiderschrank aufbewahrt.

So eine Hochzeitsrede kann sehr peinlich sein. Sehr. Deshalb bangen die Bräute schon im Vorfeld, flehen und betteln, schreiben die Rede schon vor und stecken sie ihm gut gemeint in die Hosentasche.

Doch, Pustekuchen, der Herr hat ja auch seinen Stolz und eigene Ideen, die er unbedingt loswerden muss.

Aber ich finde – so eine Rede gehört dazu. Natürlich ist das der Frau peinlich, aber der Rest der Familie hat Spaß und darf ein bisschen witzeln und sich amüsieren. Ist doch schön. Und mal ehrlich: Sollte ein zukünftiges Brautpaar nicht auch mal über sich selbst lachen können? Genau. Und außerdem: Meistens hat der Herr Papa ja auch Recht. Oder? 🙂

Helena
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