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Immer weniger Paare heiraten – das nicht-eheliche Zusammenleben wird besonders bei jungen Menschen immer beliebter

Irgendwie haben wir es ja geahnt. Hochzeiten werden seltener. Junge Paare teilen sich ihre Bettdecke gerne auch ohne Trauschein und haben auch nicht vor, daran so schnell etwas zu ändern.

In unserer lockeren, pseudo-gelassenen Gesellschaft, wo Individualismus und Freiheit fälschlicherweise als Ideale verkauft werden, ist es eigentlich kein Wunder, dass Menschen paranoide Bindungsängste entwickeln und annehmen, dass ohne großartige Verbindlichkeiten das Leben sehr viel schöner ist. Meiner Meinung nach steckt da auch ein klein wenig ,,Konsumverhalten“ hinter. Steinigt mich ruhig für diese These, aber ich glaube, propagierter, purer Egoismus trägt Mitschuld an der Tatsache, dass besonders junge Menschen sich gerne eine geheime Hintertür offen lassen wollen… so für alle Fälle. Man weiß ja nie, ob nicht noch was besseres an die Türe klopft.

Auch die Medien verkaufen es so, dass Beziehungen eigentlich mehr eine ,,Sache“ ist. Ein austauschbares Objekt. Jeder redet darüber, jeder analysiert sie und vor allen Dingen: Am Scheitern dieser ist natürlich immer nur der andere Schuld. Wenn man nicht öfter als dreimal Sex pro Woche hat, dann stimmt irgendetwas nicht und irgendwie ist der andere auch noch nicht perfekt. Er macht nicht jeden Morgen Frühstück und heute Abend gab´s keinen Begrüßungskuss. Man sucht die Fehler gerne im anderen. Und für sich selbst erwartet man das perfekte Beziehungsstück, den regelrechten Traumprinzen – man hat ja einen großen Preis für die sprichwörtliche ,,Katze im Sack“ bezahlt. Nämlich seine Freiheit.

,,Und heute bin ich mir selbst genug“ – singt das Radio. Und trifft damit genau den momentanen Takt unserer Gesellschaft. Wer alleine sein kann, ist cool. Und Singles haben auch einen bedeutend höheren Status zugesprochen bekommen. Die einzelnen Subkulturen empfinden Beziehungen plötzlich als Fremdkörper, als irgendwie anstößig und – nervig. Zumindest, wenn sie gut laufen. Ansonsten kann man ja darüber reden und die Problem-Ursache im fehlenden bzw. schlechten Sex finden.

Die Erwartungen an die Liebe sind mittlerweile derart hoch geschraubt, dass keine Beziehung diesen gerecht werden kann. Dass da plötzlich nicht mehr gern geheiratet wird, wundert mich absolut nicht. Auch nicht die Tatsache, dass dieser Tend besonders bei jungen Paaren um sich greift, die mitten drin sind in dieser individualistischen, freien Subkultur, die sich mal für besonders klug gehalten hat. Aber spätestens in einigen Jahren feststellen wird, dass das Leben nur ,,mit sich selbst“ ziemlich einsam sein kann und das Liebe etwas ist, das Zeit braucht, um zu wachsen. Das geht nicht, wenn man ständig im Garten rumtrampelt und wilde Partys feiert. Da hat ja nicht einmal Unkraut den Hauch einer Chance.

Helena
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